Projekttage der Leistungskurse Kunst am 30. Mai und 1. Juni 2017
im Rahmen des Bauhaus Agenten Programms

Unser diesjähriges Bauhausagenten-Projekt fand am 31. Mai und 1. Juni 2017 statt und bestand in der Annäherung an eine „Architekturikone“ der Moderne, dem Landhaus am Rupenhorn an der Heerstraße (nahe der Stößenseebrücke). Die filigrane weiße Villa wurde inmitten grüner Natur 1929 nach Entwürfen des Architekturbüros „Gebrüder Luckardt und Alfons Anker“ erbaut.

Den Schülerinnen und Schülern der beiden Kunst- Leistungskurse des 2. Semesters bot sich die Möglichkeit, die im laufenden Architektursemester gewonnenen Kenntnisse mit der sinnlichen Wahrnehmung eines realen Bauwerkes von innen und außen zu verknüpfen. Die Teilnehmer setzten sich zeichnend mit dem Bauwerk auseinander, erfuhren in einem informativen Vortrag der Kunsthistorikerin Bettina Güldner, warum wohlhabende Bürger wie der damalige Bauherr seine Villa in diesem westlichsten Teil Berlins errichten ließ und welche Rolle das Auto bei dieser „Bewegung ins Grüne“ spielte.

Friederike Holländer, die uns betreuende Bauhaus-Agentin, organisierte diesen Workshop und animierte die Schülerinnen und Schüler im 2. Teil der Veranstaltung dazu, mit Holzstäbchen und Erbsen nach einer Anleitung des Pädagogen Friedrich Fröbel ein räumliches Skelett zu errichten und dieses anschließend mit Papierklebeband so zu kaschieren, dass Raumabschlüsse entstehen und das Modell offene und geschlossene Strukturen aufweist. Damit vollzogen sie ein Stück weit die Problemstellungen nach, mit denen sich die Architekten in den 20er Jahren auseinandersetzten und damit den Grundstein unserer heutigen Architektur legten.

Im Gespräch mit Frau Kliemke, der Besitzerin des Hauses, konnten die Jugendlichen erfahren, was Menschen antreibt, sich für die Erhaltung und öffentliche Nutzung eines solchen denkmalgeschützten Bauwerks zu engagieren. In diesem museumspädagogischen Projekt ist es gelungen, den Bauhausgedanken an einem anderen Ort in der Stadt lebendig und begreifbar werden zu lassen.